Optimist, Pessimist oder Realist?

Menschen versuchen sich ständig selbst in Klischees einzuordnen, um eine Gruppenzugehörigkeit zu empfinden und nicht allein zu sein. Ob sie sich selbst als Nerd, Punk, Student oder was-weiß-ich bezeichen, sie stecken sich selbst in eine Kategorie und setzen sich eine norm, an die sie sich halten. Genauso entscheiden sich einige Leute, ein Optimist oder ein Pessimist zu sein. Relativ selten (mir fällt gerade niemand ein) begegnete ich jemandem, der sich als Realist bezeichnete.

Der Pessimist: Sein Leben ist sch***e. Und wird es immer sein. Der Pessimist geht mit heruntergezogenen Mundwinkeln durch den Tag und wurde einst pessimist, als er auf etwas gehofft hatte, was nicht eingetreten ist. Damit er sich niewieder so schlimm ärgert, erwartet er immer den worst-case, damit er nicht negativ überrascht und nochmals so verletzt wird, wie damals. Sein Humor beschränkt sich auf Sarkasmus. Das ist zwar witzig, aber das macht den Pessimisten auch nicht gerade beliebt.

Der Optimist: Immer fröhlich, schliesslich wird alles besser. Wird der Optimist von seinen hohen Erwartungen an die Welt enttäuscht, dann macht das nichts, denn: Es wird schon wieder besser werden. Der Optimist ist motiviert, lächelt viel und kann negativen Schwingungen mit Humor begegnen. Optimisten sind imer gerne gesehen, weil sie eine positive Stimmung verbreiten.

Der Realist: Der Realist nimmt die Realität, wie sie ist, bzw. wie er sie wahrnimmt. Er gehört zu den un-ausgelassenen Menschen und ist ein besserwisser, wie er im Buche steht. Er lässt sich nicht durch Vorurteile oder Gefühle beeinflussen und ist daher der Objektivste der Drei. Seine Nüchternheit kommt gesellschaftlich nicht sehr positiv an, sein Humor beschränkt sich auf Insiderwitze.

Tja. So kann man sich zu einem der drei Bilder gesellen und sich somit in seinem Charakter einschränken. Der Pessimist ist dabei mit Sicherheit die schlechteste Wahl. Ich denke allerdings, man sollte sich einfach so verhalten, wie man will, ohne sich zu den stereotypen einzuordnen. Ich bevorzuge es, frei von Vorurteilen die Realität zu sehen, und nehme eine leicht ausgeprägte Bessserwisserei in Kauf, ohne dabei aber vom Vorurteil besessen zu ein, ich wüsste alles Besser. Generell etwas Optimismus zu haben hilft einem, produktiv durchs Leben zu gehen, aber den heutzutage angebrachten Zynismus will ich mir dabei auch nicht nehmen lassen.

Don’t be pessimistic. Please. It makes it all even worse!

Related Posts:

, Posted Thursday, October 30th, 2008 under Philosophisches.

3 comments

  1. Hatebreeder says:

    Naja, da hast du aber während unseres gemeinsamen Studiums nicht ganz aufgepasst. Schliesslich ist doch wissenschaftlich erwiesen, dass man die Menschen in vier Kategorien einteilen kann:
    Sanguiniker, Melancholiker, Choleriker und der Phlegmatiker natürlich. Dagegen kann man doch nichts machen… ;-)

  2. Ist aber auch durchaus möglich alles drei zu sein. Bei jedem Thema anders. Ein “Ropessmist”. Ich finde, man kann sich durchaus frei bewegen in diesen Bildern. Ob man sich den Wertvorstellungen unterwirft (oder sich einredet, sie selbst zu wählen) bleibt jedem selbst überlassen. Ich ziehe es derzeit vor, mir da einfach nicht soviele Gedanken drüber zu machen und das Ganze der Tagesform zu überlassen.
    Alles andere wäre auch zu anstrengend ;-)

  3. Ein Realist weiß anhand daran die Realität zu verstehen, das es nicht besser werden kann.
    Der Optimist weiß anhand daran sich alles gut zu reden, die Realität zu verändern.
    Der Pessimist weiß anhand daran, das er nicht weiß was denn eigentlich die Realität ist, dass sowohl der Realist als auch der Optimist es nicht besser wissen können.

    So lautet doch nicht die Frage was für ein Typ bist du. Sondern was ist Realität? :)

Leave a Reply